SUP Weste (PFD) zur Sicherheit

Das Stand-Up Paddeln in flachen Binnengewässern mit wenig Strömung und Wind ist ideal für den Anfang und ist – im Unterschied zu Meer und Wildflüssen – relativ ungefährlich, dennoch sollten ein paar Sicherheitshinweise beachtet werden.

AUSRÜSTUNG

Zunächst: Schätze realistisch ein, wie gut du Schwimmen kannst. Alle unter Rettungsschwimmer-Niveau sollten auch in flachem, ruhigen Wasser eine Weste (PFD personal floatation device, Schwimmhilfe nach DIN-Norm, mehr dazu in der Sektion Ausrüstung) tragen. Bei Kajakern gibt es eine generelle Schwimmwestenpflicht im Fließgewässer, an die wir uns auch als Stand-Up Paddler halten sollten. Wir empfehlen jedoch, auch auf Binnenseen Schwimmwesten zu verwenden, insbesondere im Winter, wenn die Wassertemperaturen niedrig sind. Die gängigen Modelle haben zudem in der Regel wasserdichten Platz für ein Handy, mit dem im Notfall Hilfe geholt werden kann. Auch Neoprenschuhe sind in Fließgewässern sehr ratsam (ebenso bei kaltem Wasser auf Seen). Mehr Informationen zu den richtigen SUP Schuhen finden sich hier.

SUP Boards für Anfänger müssen groß genug gewählt werden und sollten ein sicheres Stehen auch auf leicht bewegtem Wasser ermöglichen. Paddel können verstellbar sein  und dürfen keine scharfen Kanten oder Ecken haben. Es empfehlen sich Boards der Kategorie “Cruise/Explore“.

Bei Wahl der Kleidung immer bedenken, dass man reinfallen kann. Die Kleidung sollte den Körper vor Kälte schützen aber es auch erlauben, zu schwimmen (was in einer Snowboardjacke sehr schwierig sein kann….). Bewährt haben sich lange 3/2er Neoprenanzüge, ggf. mit Windjacke darüber.

VORFAHRTSREGELN

Genau wie im Strassenverkehr gibt es auch für das Gewässer Vorfahrtsregeln, um Zusammenstösse u.ä.zu vermeiden. Mache dich mit diesen vertraut, bevor du Paddeln gehst.

BRETT NICHT VERLIEREN

Nie das Brett verlieren, selbst wenn man das Paddel verliert, sollte man lieber das Paddel gehen lassen als das Brett. Wenn man sich auf das Brett legt und mit den Händen paddelt, ist man immer noch viel schneller, als wenn man schwimmt. Immer zuerst gegen Wind und Strömung paddeln, dann kann man sich – sollte die Kraft nachlassen – zurück treiben lassen.

WETTER

Vor der SUP-Session die Wetter- und Windvorhersage prüfen, ein plötzlich aufkommender Wind (insbesondere in den Bergen häufig) kann es sehr schwierig machen, zurück an Land zu gelangen. Im Zweifelsfall immer am Ufer entlang paddeln. Alles ab 15km/h Wind kann das Paddeln sehr mühsam machen. Bei plötzlich aufkommenden Wind kann es helfen, im Knien weiter zu paddeln (geringere Angriffsfläche). Bei gefährlichen Wetterbedingungen (Gewitter, Blitz, Sturmböen) ist die Tour sofort abzubrechen.

Stand-Up Paddeln in Ufernähe auf dem Kochelsee

 

LEASH: PRO UND CONS SORGFÄLITG ABWÄGEN!

ION SUP leashMit einer Leash kann man das Board mit dem Körper verbinden: Der Wind kann das Brett, falls man reinfällt, viel schneller wegblasen, als man schwimmen kann. Eine Leash birgt aber auch Gefahren, insbesondere wenn man sie am Knöchel trägt, man schleift sie quasi durch das Wasser und sie kann sich an Ästen oder anderen Gegenständen im Wasser verheddern. Dies ist insbesondere in Fliessgewässern ein Risiko. Eine an der Weste festgemachte spiralförmige Leash (unbedingt quick-release Modell wählen) ist im Ernstfall leichter zu öffnen als eine am Fuss.

Eine Leash kann auch sehr hilfreich sein, um das Board ins Wasser zu lassen (z.B. wenn Zugang nicht ebenerdig).

 WEITERE SUP SICHERHEITS TIPPS:

Insbesondere bei unbekannter oder geringer Wassertiefe immer versuchen, flach (“Bauchplatscher” / “Rückenplatscher”) reinzufallen, am besten gewöhnt man sich generell an, so zu fallen.

Wenn man in seichtem Wasser fällt, sollte man nicht über die Füsse aufstehen, es besteht die Gefahr, stecken zu bleiben (z.B. im Schlamm oder zwischen 2 Steinen). Immer erst in Bauchposition drehen, zum Brett schwimmen und hinaufklettern.

Nicht alleine in unbekannten Gewässern paddeln. Abmelden und Zurückmelden bei längeren Touren: Gib bei längeren Touren Bescheid, wo du unterwegs bist und nenne ein Zeitfenster, wann du wieder zurückkommst.

Das internationale Notzeichen ist die “müde Fliege” – Arme zu gleich Auf und Ab bewegen es macht aber nur Sinn, wenn du gesehen wirst.

Jedem Sportler und Wassersportler ist es ebenso wie jedem Verkehrsteilnehmer angeraten, einen Erste Hilfe Kurs zu besuchen.  Ist euer Erste Hilfe Wissen noch aktuell? Wie lange ist der Kurs vom Führerschein her? Wisst ihr noch, wie Mund–zu-Mund Beatmung und Herzdruckmassage geht?

Hier kann mein seine Kenntnisse auf die Schnelle auffrischen, oder am besten gleich einen Kurs buchen.

Danke an ASUPA&Peter Bartl (paddelsurfen.at), Etienne (Munich Stand Up Paddling) und Carsten Kurmis (Imagine Surfboards) für den Input zu dieser Sektion.

Dieser Artikel ist ein lebendes Dokument, das ständig überarbeitet wird. Wir freuen und über Input&Feedback, Like us on facebook.com/supguide for Updates!